Fichte schenkt Resonanz und leichte Tragkraft, Lärche wehrt mit Harz und dichter Faser Regen ab, Zirbe duftet beruhigend und arbeitet sanft. In den Hochalpen werden Stämme nach Standort und Lastfall ausgewählt, langsam getrocknet und sorgfältig aufgesägt. Jede Bohle erzählt vom Stand am Hang, der Sonne, dem Wind. So beginnt Qualität nicht im Werkzeug, sondern schon im Wald.
Wenn der Schnee knirscht, ruht der Bau nicht: Werkbänke wandern in geheizte Stuben, Leisten werden gefalzt, Zapfen angestochen, Schindeln gespalten. Das im Winter geschlagene Holz trocknet ruhiger, verzieht weniger, nimmt Öl gleichmäßiger an. Im Sommer, wenn Wege frei sind, zieht man Balken hoch, fügt, richtet und deckt. Der Jahreskreis gibt den Takt, nicht die Uhr.
Schmiede im Tal feuern Koksöfen, härten Klingen, richten Rückenfedern, während oben in der Werkstatt Späne fallen. Zwischen beiden Orten pendeln Rohlinge und Geschichten. Der Schmied kennt die Hand des Zimmerers, der Zimmerer den Schlag des Schmiedes. So wächst ein Werkzeugbestand, der weniger gekauft als begleitet wird: nachgeschliffen, nachgehärtet, umgeschmiedet, und schließlich an die nächste Generation weitergereicht.